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zur 5. tagung des jungen forums

slavistische literaturwissenschaft

in muenster, september 2002


 

vorwort

Vom 26. bis 29. September 2002 fand in Münster das nunmehr fünfte Arbeitstreffen des JFSL statt.

Bei der Veröffentlichung der eingereichten Beiträge sollten dieses Mal neue Wege beschritten werden: Statt der traditionellen Form des Sammelbandes wurde eine Internetveröffentlichung gewählt.

Diese formale Besonderheit schlägt sich auch im Titel nieder, der unserem Anliegen auf verschiedenen Ebenen Rechnung trägt:

- als documentation der Tagung,
- als Forum für (vorwiegend) doctorandInnen, als das sich die Tagung versteht und sich damit der Zukunft unseres Faches verschrieben hat, und schließlich
- als virtuelle documente mit allen netzspezifischen Besonderheiten.

Damit bedienen wir uns eines unabhängigen Mediums, welches nicht auf die Zuwendungen des etablierten Universitätsbetriebs angewiesen ist und welches dem Leser oder der Leserin zudem die Möglichkeit eröffnet, direkten Zugriff auf die jüngsten Forschungsthesen und -ergebnisse zu nehmen. Hierbei erachten wir es als selbstverständlich, dass die Verwendung und Weiterverarbeitung dieser Informationen nicht ohne Nennung der Quelle geschieht.

Das Medium trägt zudem einem spezifischen Bedürfnis des wissenschaftlichen Nachwuchses Rechnung, nämlich der Notwendigkeit, kostengünstig und unabhängig publizieren zu können.
Dies kann unserem Fach nur dienlich sein: Innovative Ideen finden schneller Eingang in die wissenschaftliche Diskussion.

Dieser Problematik trägt auch unsere Redaktionspolitik Rechnung. Wir haben darauf verzichtet, die Beiträge thematisch oder inhaltlich zu gruppieren, zusammenzufassen oder zu kommentieren. Ihre Heterogenität, deren Spektrum in jeder Hinsicht von der Tradition bis hin zur Provokation bestimmt wird, ist im Gegenteil Programm und spiegelt die Situation in der slavistischen Literaturwissenschaft wider. Dabei gilt zu bedenken, dass es sich bei den Aufsätzen meist um "work in progress" handelt, also um Arbeiten, die noch einige Stadien der (selbst)kritischen Überprüfung und Bearbeitung zu durchlaufen haben.

Vor diesem Hintergrund versteht sich [ jfsl.doc ] auch als ein Versuch, die umstrittene Form der Internetveröffentlichung als Medium der wissenschaftlichen Publikation und Diskussion innerhalb der deutschsprachigen Slavistik umzusetzen. Zwar gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Ressourcen slavistischen Inhalts, die Online-Publikation von wissenschaftlichen (Voll)Texten steht demgegenüber jedoch noch an ihrem Anfang. Die etablierten slavistischen Zeitschriften sind im Netz in der Regel lediglich mit Titelverzeichnissen (Zeitschrift für Slavistik, Wiener Slawistischer Almanach, Welt der Slaven) und - im besten Falle - mit Abstracts der Artikel (Osteuropa) präsent. Allein der Wiener Slawistische Almanach bietet darüber hinaus eine Volltextsuche nach Inhalten oder Autorennamen an.

Diese Tatsache ist umso erstaunlicher als beispielsweise im russischsprachigen Raum der Internetpublikation bzw. der Verbreitung wissenschaftlicher Inhalte über das Internet auch in der akademischen Sphäre breiter Raum gewährleistet wird. Ein besonders prominentes Beispiel dafür ist der Zhurnalnyj zal der Online-Zeitschrift Russkij zhurnal, in dem über 20 etablierte Zeitschriften von Arion über Novyj mir bis Znamja weite Teile ihres Angebots kostenlos zugänglich machen. Die Möglichkeiten der Arbeit im und über das WWW scheinen für die deutschsprachige Slavistik vor diesem Hintergrund bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Für uns überraschend war, dass die spezifischen Möglichkeiten des Mediums, etwa die Beiträge durch das Einfügen von Bild- und Tondokumenten lebendiger zu gestalten, von den Autoren und Autorinnen nur wenig genutzt wurden. Über die Gründe kann nur spekuliert werden: Neben dem Festhalten an der traditionellen Form des Aufsatzes mag es auch die unklare Situation im Urheberrecht sein, die in einigen Fällen zu einer Entscheidung gegen die multimediale "Aufrüstung" geführt hat.

Die Heterogenität der Beiträge und die unklare Rechtslage im Bereich der Urheberrechte bestimmen auch den Umgang mit der Verantwortung für Inhalte und Quellen. Während die Einhaltung formaler wissenschaftlicher Standards durch die redaktionelle Arbeit erfolgte, verbleibt die inhaltliche Verantwortung für die Texte bei den jeweiligen Autorinnen und Autoren, mit denen eine direkte und unvermittelte Diskussion ihrer Thesen und Ergebnisse aufgenommen werden kann.

Ein Haftungsausschluss gilt auch für die Wahrung der Rechte von Dritten, sofern sie durch das Zitieren von Bildern, Texten oder anderen Dokumenten berührt werden, sowie für die Inhalte von Web-Seiten, auf die von diesen Seiten verlinkt wurde.

Wir bedanken uns bei allen Autorinnen und Autoren für ihre Beiträge während der Tagung sowie für die Beteiligung an dieser Publikation.

 
Ulrike Goldschweer, Gudrun Heidemann, Ilia Koukoui, Mirja Lecke, Henrike Schmidt

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